Jemand sitzt am Schreibtisch und schreibt. Auf dem Papier
steht nur ein Satz: er sitzt am Schreibtisch und schreibt. Und man
könnte sich jetzt in diese fiktive Person hineinversetzen, die auf ihre
Worte blickt, die da lauten: er sitzt am Schreibtisch und schreibt.
Wiederum könnte man sich in die fiktive Person der fiktiven Person
hineinversetzen, die da schreibt: er sitzt am Schreibtisch und
schreibt. Wenn man diese Art Metafiktion weitertreibt, entstünde ein
Heer von fiktionalen Schreibern, die wiederum Schöpfer weiterer
Schreiber sind, und so fort. Und am Ende dieser
Schöpfungsgeschichte hat eine einzige Person ein Universum von schreibenden Menschen erschaffen.
Der Haken an der Geschichte
Der Haken an der Geschichte ist: wendet sich der Ursprungsleser von seinem Text ab, verschwindet das Universum. Unmittelbar, ohne eine Spur zu hinterlassen, als hätte es nie jemals existiert. Ein Genozid. Ein Ausblasen. Ein Licht-aus über allem. Galaxien, eingeklappt wie Papier.
Die Hoffnung der Geschichte ist nun: Trifft ein mit
Vorstellungskraft begabter Leser auf den Satz “er sitzt am Schreibtisch und schreibt”, entsteht aus dem Nichts heraus ein neues
Universum mit unendlich vielen Wesen, die ihre eigene Existenz
weiterschreiben.
Doch wer, verflucht, wollte dort leben?


